• Martin Fuka

Geld am Bankkonto! Was bringt das noch?



Ich weiß noch, als ich ein kleiner Bub war. Die Oma nahm mich das erste Mal mit in die Bank und hat für mich ein Sparbuch eröffnet. 5,2% Zinsen habe ich da bekommen. Sogar am normalen Girokonto gab es echt gute Zinsen von 2,9%. Da habe ich gerne meine Sparbüchse am Weltspartag zur Bank gebracht. Dementsprechend enttäuscht war ich bei meinem letzten Bankbesuch. Keine Zinsen, hohe Gebühren und sämtliche Leistungen die ich in der Filiale konsumieren möchte, kosten nochmals extra. Das macht dann keinen Spaß mehr. Trotz Verständnis für die Banken in dieser Niedrigzinsphase, die uns sicherlich noch länger begleiten wird, stoßt es mir dann schon Sauer auf, wenn ich auf der anderen Seite dann 12,85% Überziehungszinsen bei einer Kontoüberziehung zahlen soll. Da wird es schon sehr schwierig, meine Bank als langjährigen und fairen Partner zu sehen. Zusätzlich kratzen die Bankenpleiten der letzten Jahre auch am Sicherheitsgefühl der Österreicher, da die Einlagensicherung durch eine Gesetzesänderung sehr wackelig aussieht.


Ich habe mir ein Beispiel eines Bankkontos einer namhaften österreichischen Bank mal genauer angesehen. Die Verzinsung des Guthabens auf diesem Konto beträgt +0,01%. Wenn ich also 1 Jahr lang € 20.000,00 auf diesem Konto haben würde, dann bekomme ich am Jahresende € 2,00 an Zinsen, da wird natürlich auch noch die Kapitalertragssteuer abgezogen (-25%) -€ 0,50 bleiben also lächerliche € 1,50 übrig. Die Bank verrechnet mir für dieses Konto jährlich Gebühren in Höhen von € 110,64 (inklusive sämtlicher Onlinebuchungen, Abbuchungsaufträge sowie eine Debitkarte). Das bedeute für mich ein Minus von -€ 109,14, obwohl ich der Bank ein Jahr lang € 20.000,00 borge. Noch dazu werden viele Leistungen wie Überweisungen am Schalter, Bargeldbehebungen bzw. Einzahlungen am Schalter gesondert in Rechnung gestellt. In diesem Beispiel bedeutet das, ich kümmere mich selbst um alles, beanspruche keine Leistungen in der Filiale und mein Konto muss immer im Plus sein. Was glaubt ihr, wie viel Geld müsste ich auf diesem Konto haben, damit ich mit den +0,01% Zinsen, die ich von dieser Bank bekomme, zumindest die Kontokosten von € 110,64 pro Jahr erwirtschaften kann? Ihr werdet es kaum glauben. Ich müsste vom 01.01. bis 31.12. ein Jahr lang durchgehend € 1.475.300,00 (Einemillionvierhundertfünfundsiebzigtausenddreihundert) Euro auf diesem Konto haben. Rechnen wir nach. € 1.475.300,00 x 0,01% sind € 147,53 abzüglich -25% Kapitalertragssteuer -€ 36,88 bleiben € 110,65. Wahnsinn oder?

Natürlich benötigen wir Bankkonten. Irgendwo soll ja unser Gehalt hinüberwiesen werden, die Abbuchungsaufträge sollen durchgeführt werden. Und manchmal benötige ich auch ein bisschen Geld, auf das ich relativ schnell zugreifen kann, falls dringende Reparaturen oder Anschaffungen anstehen. Auch eine gute Betreuung in der Filiale sollte uns was Wert sein. Doch dafür werden wir schon sehr zur Kasse gebeten. Auf jeden Fall empfehle ich jedem, Banken und Angebote regelmäßig zu vergleichen.

Aber welchen Nutzen habe ich, wenn ich der Bank mein Geld leihe und die Gebühren höher als die Zinsen sind? Wieso soll ich überhaupt mehr Geld als notwendig am Konto lassen? Was habe ich für Alternativen? Denkt mal drüber nach! Ich freue mich aufs nächste Mal. Euer Martin F.


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